Sterzing   Vipiteno
Stadtapotheke Sterzing
Farmacia Città Vipiteno
Dr. Walter Mair
Stadtplatz 10
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Apothekengeschichte von Sterzing

   
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Die ersten Apotheker, die in der Stadt Sterzing sesshaft waren, lassen sich nur schwer erfassen. In den Steuerlisten der Stadt um 1500 werden keine Apotheker genannt.

Als gesichert gilt im 16. Jahrhundert der Aufenthalt von Ärzten in Sterzing, die sicherlich auch allerlei Arzneien an die Bevölkerung verteilt haben. So übte beispielsweise der Arzt Georg Mendler im heutigen Delfaurohaus in der Gänsbacherstrasse um 1540 den Heilberuf aus. Er bezeichnete sich selbst in der von ihm 1535 verfassten Pestschrift „ In Sterbenden leüffen Von Dokther Jörgn Menndler“ als „ Arcnzney doctor“.

Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang auch der neun Monate lange Aufenthalt des vielseitig tätigen Mediziners Paracelsus , welcher der Pharmazie durch seine Arbeiten eine wissenschaftliche Grundlage gab. Er kam 1534 vom Arlberggebiet über Innsbruck nach Sterzing, wo er vom Freund Stefan Kerner, dem Besitzer des Gasthofs „Schwarzer Adler“ aufgenommen wurde. Als Peststerbefälle im Stadtspital Hl. Geist auftraten verfasste Paracelsus eine Abhandlung über die Pest und widmete das Werk dem Bürgermeister und Rat der Stadt.

Qualifizierte Apotheker sind in Sterzing im 16. Jahrhundert nicht ansässig. Es darf angenommen werden dass in der Stadt die Bader in den öffentlichen Bädern, die sich in der heutigen Geizkoflerstraße befanden, die Bewohner mit den nötigsten Medizinalien versorgt haben. Diese „Ersatzapotheker“ übten auch den Beruf des Chirurgen und Wunderarztes aus.

Ab Beginn des 17. Jahrhunderts versuchten sich mehrmals Apotheker in Sterzing niederzulassen; jedoch wurden deren Gesuche vom Rat der Stadt mit Hinweis auf die Armut des Bezirks abschlägig beantwortet.

Die erste Apotheke dürfte um 1650 von Johann Leonhardt Grasen eröffnet worden sein, in welchem Haus ist nicht bekannt.

Das erste Stadthaus, in dem sich über Jahrzehnte eine Apotheke befand, war das heutige Haus Wiedner an der Westseite der Neustadt , Nr. 12. Es war das Geschlecht der Steyrer, welches auch die Wirtshäuser „Weißes Rössl, Schwarzer Adler und Zum Goldenen Hirschen“ besaß, das dort bis 1736 die Apotheke betrieb.

Ab 1736 führte Josef Fontana die Stadtapotheke und trat sie 1757 an Johann Leichter ab. Er erhielt vom Rat der Stadt die Erlaubnis die Apotheke zu führen, obwohl er kein anerkanntes Prüfungszeugnis für Apotheker vorlegen konnte. Johann Leichter erwarb im selben Jahr die zwei sogenannten Selauerischen Stadthäuser am Zwölferturm und verlegte die Apotheke dorthin. Ab diesem Jahr verblieb die Stadtapotheke bis zur Gegenwart mit diesem Haus verbunden, bis zum Jahr 2002 blieb die Apotheke im Besitz derselben Familie, da Leichter ein direkter Vorfahre der Familie Langer war.

Im Jahr 1993 vereinigte der Apotheker Peter Langer die vor der Stadtmauer in mehreren kleineren Geschäften gegliederte Kubatur zum Stadtplatz hin in einem einzigen, neu aufgezogenen Bau und verlegte die Stadtapotheke (vormals Kofler Apotheke), dorthin.

Im Jänner 2003 wurde die Apotheke von Mair Walter erworben.

 

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© Stadtapotheke Sterzing - Farmacia Città Vipiteno 2004 - aktualisiert am 05.02.2005
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